Im Juli hatte ich in dieser Rubrik die Manna - Esche vorgestellt. Bei meinen Studien habe ich auch davon gelesen, dass dieser Baum gerne in Gesellschaft mit der Hopfenbuche im submediterranen ( beispielsweise am Laggo Maggiore ) wie mediterranen Raum wächst. Schon hatte ich eine Idee, welchen Baum ich als nächstes hier präsentieren könnte. Schließlich war er auch in der Baumkarte des Kölner Rheinparks verzeichnet. Also machte ich mich mit meiner Tochter vor zwei Wochen auf den Weg dorthin. Aber an der Stelle der Hopfenbuche stand eine recht junge Linde. Die Enttäuschung war groß. Doch die Tochter hatte angebissen: Als sie sich an den darauffolgenden Tagen mit Freundinnen im Rheinpark bewegt hat, hat sie die Augen offen gehalten und war erfolgreich....
Die Gemeine Hopfenbuche Ostrya carpinifolia, auch Europäische Hopfenbuche genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Hopfenbuchen Ostrya innerhalb der Familie der Birkengewächse Betulaceae. Der botanische Name setzt sich aus dem griechischen ostro drys (= beinharter bzw. knochenharter Baum) und dem lateinischen carpinifolius (= hainbuchenblättrig) zusammen
Wie schon gesagt, gedeiht sie in weiten Teilen des Mittelmeerraums und in den submediterranen Gebieten der Alpen. Ihr Verbreitungsgebiet reicht von der Provence nach Osten über die südlichen Alpen weiter über Kroatien und Serbien bis Bulgarien, im Süden von Korsika über Sardinien, Italien, Sizilien nach Griechenland ( ohne Kreta ). Und im Osten kommt sie von Kleinasien bis zum Taurusgebirge, dem Kaukasus und dem Libanon vor.
Es wird angenommen, dass die Hopfenbuche nach dem Gletscherrückgang der letzten Eiszeit sich weiter in Richtung Mitteleuropa ausgebreitet hat. Im Laufe der Zeit ist sie so nach Kärnten & Tirol "gewandert". Sie liebt kalkreiche und steinige Böden und überall dort fasst sie gerne Fuß, besonders auch an trockenen, warmen Hängen, an Waldrändern oder in Mischwäldern, zusammen mit Manna-Esche, Flaum-Eiche, Schwarzkiefer und Feldahorn. Diese natürlichen Wälder sind heutzutage durch die moderne Forstwirtschaft mit ihrer übermäßigen Holznutzung gefährdet. In der Vergangenheit war die Europäische Hopfenbuche in Südeuropa häufiger.
Im Gebirge trifft man die Hopfenbuche bis zu einer Höhe von tausend bis tausenddreihundert Metern an. In Österreich wurde sie zum Baum des Jahres 2019 gewählt, unter anderem, weil sie durch ihre Trockenheitsresistenz als ein Stadtbaum der Zukunft gehandelt wird. Das hat auch der Leiter der städtischen Baumschule in München erkannt, der über ihre Anpflanzung in der Stadt nachdenkt ( Quelle hier ). Der Baum ist nämlich nicht nur tolerant gegenüber Trockenheit & Hitze, er verträgt auch Frost bis bis etwa -25 °C.
In Kultur in Europa ist dieser Baum seit 1724, meistens allerdings als strauchartiger Baum in Gärten und Parkanlagen, aber auch an Straßen, da sie auch Rauch- und Abgase gut verträgt.
Die Hopfenbuche ist ein sommergrüner, mittelgroßer Baum. Exemplare können Wuchshöhen zwischen 10 und 15 Metern erreichen, oder sie bleibt ein von Grund an mehrstämmiger Großstrauch. Sie ist schnellwüchsig - Hopfenbuchen können gut und gerne einen Meter pro Jahr wachsen! - hat aber den Nachteil, dass sie nicht besonders langlebig ist: Nur selten wird ein Exermplar über hundert Jahre alt. Die Stämme sind kurz und die Krone ist daher tief angesetzt. Spätestens nach 180 Zentimetern beginnen die ersten Seitenäste, oft sogar schon früher. Die jungen Kronen sind erst kegelförmig, werden mit zunehmendem Alter aber runder und ausladender.
Die im Querschnitt runden Zweige fallen mit ihren hell orangefarbenen Korkwarzen auf; jung sind sie braun behaart, später werden sie kahl. Auffällig ist die hohe Biegsamkeit der Äste. Die 7-10 Millimeter langen spitzen Winterknospen spreizen sich ab und werden von miteinander verklebten Schuppen geschützt.
Die männlichen Blüten erscheinen noch vor dem Laubausbruch im April-Mai. Die 5-10 Zentimeter langen zylindrischen, schlaff herabhängenden männlichen Blütenstände, ähnlich denen der Birke, haben sich bereits im Sommer zuvor gebildet und öffnen sich im folgenden Frühjahr an den Spitzen der Zweige des Vorjahres. Sie stehen zu 3-5 Exemplaren zusammen. Eine Blütenhülle fehlt. Auch die weiblichen Kätzchen überwintern als Knospen und blühen an den Enden der vorjährigen Triebe. Sie hängen ebenfalls herab und strecken sich auf 2-5 Zentimeter; eine Blütenhülle ist hier vorhanden, aber sehr unscheinbar. Die weiblichen Blüten erscheinen in Paaren in den Achseln ihrer Tragblätter. Die Bestäubung erfolgt durch den Wind.
Die Blätter sind elliptisch bis oval, wechselständig in zwei Zeilen angeordnet. Bei einer Länge von 5-12 Zentimetern und einer Breite von 2-6 Zentimetern weisen die dunkelgrünen Blattspreiten eine glänzende Oberseite und eine an den Blattnerven behaarte mattgrüne Unterseite auf. Der Blattrand ist scharf doppelt gesägt. Deutlich treten 15 bis 20 Aderpaare an den Blättern hervor, ähnlich wie bei der Hainbuche. Die Unterseiten sind flaumig, mit Drüsen besetzt. Im Herbst zeigen die Gehölze eine gelbe Laubfärbung.
Das Aussehen der Fruchtstände erklärt den deutschen Namen von Ostrya carpinifolia, denn sie ähneln den zapfenförmigen Blüten des Hopfens. Anfangs sind sie hellgrün bis weiß und pergamentartig, bei fortschreitender Reifung färben sie sich braun. Im Inneren der balgähnlichen Gebilde eingeschlossen sind jeweils Nüsschen, die den Samen enthalten.
Schädlinge und Krankheiten wird man bei der ausgesprochen robusten Hopfenbuche selten finden. Pilzerkrankungen treten fast ausschließlich bei zu feuchtem Grund oder ungünstigen Bodenbedingungen auf. Auch der Erreger des Kastanienrindenkrebses kann ihr zu schaffen machen.
Weitere Arten innerhalb der Gattung der Hopfenbuchen sind die Virginische Hopfenbuche Ostrya virginiana, die in Nord- und Südamerika zu finden ist oder auch die Japanische Hopfenbuche Ostrya japonica in Japan, Korea und China.
Abschließend ein ganz anderes Thema:
Wissenschaftliche Untersuchungen haben allerdings belegen können, dass hochfrequente Strahlung von WLAN oder 5G nicht ionisierend ist, also keine DNA brechen oder Mutationen auslösen kann. Das betont auch das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS). Der einzige bekannte Wirkmechanismus hochfrequenter elektromagnetischer Felder ist eine Erwärmung – die ausgesendeten Feldstärken von WLAN-Routern oder Mobilfunksendern sind aber viel zu gering, um Bäume zu erhitzen.
Die aufgelisteten "sichtbaren Schäden" lassen sich anders erklären: Früher Laubfall, wie man es auch hier bei uns momentan feststellen kann, kahle Äste bzw. Kronenlichtung oder Pilzbefall treten bei Bäumen tatsächlich auf – aber aus Gründen wie Trockenstress, Insektenbefall oder eben Pilzerkrankungen. Solche Muster sind aus der Forstwirtschaft seit Jahrzehnten bekannt, Waldzustandsberichte dokumentieren Baumkrankheiten schon seit den frühen 1980er Jahren, also längst, bevor wir Mobilfunk und WLAN hatten.
Ein solcher Zusammenhang, wie in dem Facebook - Beitrag ist also konstruiert und dahinter steckt wie so oft ein Versuch der Desinformation. Es wird mit Ängsten, die ich durchaus teile angesichts des Zustandes unserer Baumfreunde, gearbeitet und gezielt von den Folgen der Erderwärmung abgelenkt.
Nun freue ich mich aber, euch auf eine weitere Runde bei "Mein Freund, der Baum" einladen zu können. Die Verlinkung ist wieder bis zum 27. September 2025 Mitternacht für euch offen.