Sonntag, 31. August 2025

Mein Freund, der Baum: Die Gemeine Hopfenbuche

Im Juli hatte ich in dieser Rubrik die Manna - Esche vorgestellt. Bei meinen Studien habe ich auch davon gelesen, dass dieser Baum gerne in Gesellschaft mit der Hopfenbuche im submediterranen ( beispielsweise am Laggo Maggiore ) wie mediterranen Raum wächst. Schon hatte ich eine Idee, welchen Baum ich als nächstes hier präsentieren könnte. Schließlich war er auch in der Baumkarte des Kölner Rheinparks verzeichnet. Also machte ich mich mit meiner Tochter vor zwei Wochen auf den Weg dorthin. Aber an der Stelle der Hopfenbuche stand eine recht junge Linde. Die Enttäuschung war groß. Doch die Tochter hatte angebissen: Als sie sich an den darauffolgenden Tagen mit Freundinnen im Rheinpark bewegt hat, hat sie die Augen offen gehalten und war erfolgreich....

Die Gemeine Hopfenbuche Ostrya carpinifolia, auch Europäische Hopfenbuche genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Hopfenbuchen Ostrya innerhalb der Familie der Birkengewächse Betulaceae. Der botanische Name setzt sich aus dem griechischen ostro drys (= beinharter bzw. knochenharter Baum) und dem lateinischen carpinifolius (= hainbuchenblättrig) zusammen

Wie schon gesagt, gedeiht sie in weiten Teilen des Mittelmeerraums und in den submediterranen Gebieten der Alpen. Ihr Verbreitungsgebiet reicht von der Provence nach Osten über die südlichen Alpen weiter über Kroatien und Serbien bis Bulgarien, im Süden von Korsika über Sardinien, Italien, Sizilien nach Griechenland ( ohne Kreta ). Und im Osten kommt sie von Kleinasien bis zum Taurusgebirge, dem Kaukasus und dem Libanon vor. 

Es wird angenommen, dass die Hopfenbuche nach dem Gletscherrückgang der letzten Eiszeit sich weiter in Richtung Mitteleuropa ausgebreitet hat. Im Laufe der Zeit ist sie so nach Kärnten & Tirol "gewandert". Sie liebt kalkreiche und steinige Böden und überall dort fasst sie gerne Fuß, besonders auch an trockenen, warmen Hängen, an Waldrändern oder in Mischwäldern, zusammen mit Manna-Esche, Flaum-Eiche, Schwarzkiefer und Feldahorn. Diese natürlichen Wälder sind heutzutage durch die moderne Forstwirtschaft mit ihrer übermäßigen Holznutzung gefährdet. In der Vergangenheit war die Europäische Hopfenbuche in Südeuropa häufiger. 

Im Gebirge trifft man die Hopfenbuche bis zu einer Höhe von tausend bis tausenddreihundert Metern an. In Österreich wurde sie zum Baum des Jahres 2019 gewählt, unter anderem, weil sie durch ihre Trockenheitsresistenz als ein Stadtbaum der Zukunft gehandelt wird. Das hat auch der Leiter der städtischen Baumschule in München erkannt, der über ihre Anpflanzung in der Stadt nachdenkt ( Quelle hier ). Der Baum ist nämlich nicht nur tolerant gegenüber Trockenheit & Hitze, er verträgt auch Frost bis bis etwa -25 °C.

In Kultur in Europa ist dieser Baum seit 1724, meistens allerdings als strauchartiger Baum in Gärten und Parkanlagen, aber auch an Straßen, da sie auch Rauch- und Abgase gut verträgt.

Die Hopfenbuche ist ein sommergrüner, mittelgroßer Baum. Exemplare können Wuchshöhen zwischen 10 und 15 Metern erreichen, oder sie bleibt ein von Grund an mehrstämmiger Großstrauch. Sie ist schnellwüchsig - Hopfenbuchen können gut und gerne einen Meter pro Jahr wachsen! - hat aber den Nachteil, dass sie nicht besonders langlebig ist: Nur selten wird ein Exermplar über hundert Jahre alt. Die Stämme sind kurz und die Krone ist daher tief angesetzt. Spätestens nach 180 Zentimetern beginnen die ersten Seitenäste, oft sogar schon früher. Die jungen Kronen sind erst kegelförmig, werden mit zunehmendem Alter aber runder und ausladender.

Junge Bäume besitzen eine glatte, gräuliche Rinde, später färbt sich der Stamm dunkler und wird rissig. Diese rissige Rinde ist unglaublich interessant für alle Vögel, finden sich darunter jede Menge Insekten. 

Die Basis der Hopfenbuche ist ein Herzwurzelsystem: In den ersten Standjahren entwickelt sich zunächst eine lange Pfahlwurzel, senkrecht im Boden verankert. Von dieser Hauptwurzel geht dann ein dichtes Geflecht von waagrechten Seitenwurzeln aus. So wird besonders viel Boden durchwurzelt, was die Bäume standfest und eben auch resistent gegenüber Trockenheit macht.

Die im Querschnitt runden Zweige fallen mit ihren hell orangefarbenen Korkwarzen auf; jung sind sie braun behaart, später werden sie kahl. Auffällig ist die hohe Biegsamkeit der Äste. Die 7-10 Millimeter langen spitzen Winterknospen spreizen sich ab und werden von miteinander verklebten Schuppen geschützt.

Die männlichen Blüten erscheinen noch vor dem Laubausbruch im April-Mai. Die 5-10 Zentimeter langen zylindrischen, schlaff herabhängenden männlichen Blütenstände, ähnlich denen der Birke, haben sich bereits im Sommer zuvor gebildet und öffnen sich im folgenden Frühjahr an den Spitzen der Zweige des Vorjahres. Sie stehen zu 3-5 Exemplaren zusammen. Eine Blütenhülle fehlt. Auch die weiblichen Kätzchen überwintern als Knospen und blühen an den Enden der vorjährigen Triebe. Sie hängen ebenfalls herab und strecken sich auf 2-5 Zentimeter; eine Blütenhülle ist hier vorhanden, aber sehr unscheinbar. Die weiblichen Blüten erscheinen in Paaren in den Achseln ihrer Tragblätter. Die Bestäubung erfolgt durch den Wind.

Die Blätter sind elliptisch bis oval, wechselständig in zwei Zeilen angeordnet. Bei einer Länge von 5-12 Zentimetern und einer Breite von 2-6 Zentimetern weisen die dunkelgrünen Blattspreiten eine glänzende Oberseite und eine an den Blattnerven behaarte mattgrüne Unterseite auf. Der Blattrand ist scharf doppelt gesägt. Deutlich treten 15 bis 20 Aderpaare an den Blättern hervor, ähnlich wie bei der Hainbuche. Die Unterseiten sind flaumig, mit Drüsen besetzt. Im Herbst zeigen die Gehölze eine gelbe Laubfärbung.

Das Aussehen der Fruchtstände erklärt den deutschen Namen von Ostrya carpinifolia, denn sie ähneln den zapfenförmigen Blüten des Hopfens. Anfangs sind sie hellgrün bis weiß und pergamentartig, bei fortschreitender Reifung färben sie sich braun. Im Inneren der balgähnlichen Gebilde eingeschlossen sind jeweils Nüsschen, die den Samen enthalten. 


Das braun gefärbte Hopfenbuchenholz ist besonders hart und schwer und wird wegen seines hohen Schwundes beim Trocknen vor allem für Werkzeugstiele und Brennholz verwendet. Mit seiner hohen Dichte ist es aber auch für die Drechslerei wertvoll. Es wird für alle Zwecke verwendet, wo man einen hohen Abnutzungswiderstand braucht, z.B. bei Werkbänken, Schneide- oder Hackbrettern, als Kugeln für Flaschenzüge, Zahnräder, Spulen, Musikinstrumente und Walzen. Früher war es im Osten Europas eines der gängigsten Hölzer für die Köhlerei und Herstellung von Holzkohle.

Schädlinge und Krankheiten wird man bei der ausgesprochen robusten Hopfenbuche selten finden. Pilzerkrankungen treten fast ausschließlich bei zu feuchtem Grund oder ungünstigen Bodenbedingungen auf. Auch der Erreger des Kastanienrindenkrebses kann ihr zu schaffen machen. 

Weitere Arten innerhalb der Gattung der Hopfenbuchen sind die Virginische Hopfenbuche Ostrya virginiana, die in Nord- und Südamerika zu finden ist oder auch die Japanische Hopfenbuche Ostrya japonica in Japan, Korea und China.

Abschließend ein ganz anderes Thema: 

Auf Facebook kursiert das Bild links mit der Aufschrift "WLAN-Strahlung tötet Bäume – 5G wird zum Waldvernichter". Daneben ist eine vorgeblich sterbende "200-jährige Eiche" abgebildet, die angeblich durch unsichtbare Strahlen abstirbt. Damit soll untermauert werden, dass WLAN- oder 5G-Funkstrahlung Bäume schädigen oder absterben lasse.

Wissenschaftliche Untersuchungen haben allerdings belegen können, dass hochfrequente Strahlung von WLAN oder 5G nicht ionisierend ist, also keine DNA brechen oder Mutationen auslösen kann. Das betont auch das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS). Der einzige bekannte Wirkmechanismus hochfrequenter elektromagnetischer Felder ist eine Erwärmung – die ausgesendeten Feldstärken von WLAN-Routern oder Mobilfunksendern sind aber viel zu gering, um Bäume zu erhitzen.

Die aufgelisteten "sichtbaren Schäden" lassen sich anders erklären: Früher Laubfall, wie man es auch hier bei uns momentan feststellen kann, kahle Äste bzw. Kronenlichtung oder Pilzbefall treten bei Bäumen tatsächlich auf – aber aus Gründen wie Trockenstress, Insektenbefall oder eben Pilzerkrankungen. Solche Muster sind aus der Forstwirtschaft seit Jahrzehnten bekannt, Waldzustandsberichte dokumentieren Baumkrankheiten schon seit den frühen 1980er Jahren, also längst, bevor wir Mobilfunk und WLAN hatten.

Ein solcher Zusammenhang, wie in dem Facebook - Beitrag ist also konstruiert und dahinter steckt wie so oft ein Versuch der Desinformation. Es wird mit Ängsten, die ich durchaus teile angesichts des Zustandes unserer Baumfreunde, gearbeitet und gezielt von den Folgen der Erderwärmung abgelenkt.

Nun freue ich mich aber, euch auf eine weitere Runde bei "Mein Freund, der Baum" einladen zu können. Die Verlinkung ist wieder bis zum 27. September 2025 Mitternacht für euch offen.

                                                                        

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Samstag, 30. August 2025

Meine 35. Kalenderwoche 2025

 "Geht einmal euren Phrasen nach bis zu dem Punkt, 
wo sie verkörpert werden."
Louis-Sébastien Mercier, 1740-1814
"Vernunft ist unsexy. 
So wie fast alles, was ein Leben nachhaltig besser macht."
"Herzkater" Dana Buchzik
 "... wenn man tatsächlich so genial ist, 
dass diese Genialität nur von einem selbst erkannt wird – 
nun, dann ist genial... 
genau das falsche Adjektiv."
Hubert Wetzel, Korrespondent in Brüssel


Ich liebe mein Veedel immer mehr. Hier haben sogar die Dreckflecken auf dem Fahrstuhlboden in der Galeria Kaufhof Herzform... Was aber noch viel ausschlaggebender ist:
"In Köln ist man am wenigsten allein", und zwar weltweit. Zu diesem Ergebnis kommt der neue "World’s Loneliest Cities Index 2025" von Nova Tech Industries. Köln zeichne sich durch eine ausgewogene Kombination aus "starker sozialer Infrastruktur und exzellenter Gesundheitsversorgung" aus, so die Studie.
Endlich mal wird dieser Charakterzug der Stadt auch mal in einem Ranking gewürdigt! Die Stadt mag nicht schön sein, aber die Menschen sorgen für Wohlbehagen. Das erfahre ich jeden Tag. Und die Gesundheitsversorgung stimmt. ( Vor Jahren habe ich das mal für mein Viertel als Teil dieses Posts erfasst. Inzwischen ist z.B. in meinem Veedel noch einiges mehr dazu gekommen. )

Bemerkenswert: Hinter Köln rangieren auch Berlin, Hamburg und München unter den Top Ten der Städte mit dem geringsten Einsamkeitsrisiko. Das sollte frau/man sich auf der Zunge zergehen lassen! Strengen sich defätistische Kreise doch immer wieder an, hierzulande alles madig zu machen. 


Mit Zwetschgen aus meiner badischen Ursprungsprovinz habe ich einen sauleckeren Kuchen gebacken und mit meiner urkölschen Nachbarin verschnabuliert, während die Tochter mich durch Fotos aus der Heimat meiner geliebten Ma und Oma erfreut hat. So ist die Welt, nicht anders! Vielfältig!


Die Nacht auf Sonntag hatte wieder Temperaturen unter zehn Grad hervorgebracht ( am Flughafen wurden gar 7,2°C gemessen, in der Nacht darauf sogar nur 4°C ). Bei tagsüber 20°C habe ich mir im Anschluss ans Bücher-Wegbringen die Beine vertreten.



Komisch: Im Biergarten war nichts los, dafür umso mehr auf den Wiesen im Tälchen.


Wenn ich beim Zahnarzt in Ihrefeld bin, muss ich ab und an beim Laden vorbeischaun, der alles hat, was man haben will, aber nicht braucht. Die Sessel "Lord Yo" von Philippe Starck hab ich allerdings schon und mag sie immer noch sehr.


Andrea, die Zitronenfalterin, stellte auch diese Woche zwei Fragen, deren eine - nach dem Sommerabschluss - ich mit diesem Foto vor dem Dom beantworten möchte: Ich habe an den beiden Hitzetagen dieser Woche noch mal mein absolutes Lieblingskleid dieses Sommers ausgeführt, marineblau mit weißen Tupfen. Ob ich das noch mal in der nächsten Zeit tragen kann?  Frage 1: "Was ist Eure schönste Erinnerung, die ihr aus dem August mitnehmt?" Die habe ich, finde ich, schon mit meiner Monatscollage am Donnerstag hier im Blog, beantwortet.



Endlich ist es mir auch mal gelungen, wenn auch eher rudimentär, da durch die Scheiben des Wintergartens, meinen allmorgendlichen kleinen Besucher zu fotografieren, als er am heißen Dienstag in der Gabelung der Magnolie "gechillt" hat. Ich hab dergleichen am Abend auf der Terrasse mit Lesen versucht - die Luft war unangenehm drückend.



Neun Jahre ist es her, seit unsere Ma uns bar ihrer Güte & grenzenlosen Liebe auf dieser Erde zurückgelassen hat. Ganz viel an sie gedacht habe ich, als ich die Bücher durchgeschaut habe, die mein Bruder aus dem Elternhaus mir angeschleppt hat. Vom "Fräulein von Scuderi" von E. T. A. Hoffmann - eine romantisch-realistische Erzählung, die sie aufgrund der Liebesgeschichte beeindruckt hat - hat sie sehr oft geredet. Das Buch musste unbedingt in meiner Bibliothek bleiben.


Am Mittwoch habe ich mir wieder die Haare schneiden lassen und dabei über die Decke im Salon meditiert. Mit einigem Schrecken habe ich anschließend den Zustand der Kastanienbäume unterwegs am Bouleplatz registriert: Miniermottenschäden! 



Da musste ich mich auf der Bank von meinem 12tel-Blick 2022 hinsetzen und einiges auch an meinem inneren Auge vorbeiziehen lassen.

Seit 22 Tagen hatte es bei uns nicht mehr geregnet: Am Donnerstag, pünktlich um zwei gab es ein Gewitter mit zwanzigminütigem Regen ( 2 Liter ). Das war's dann aber auch schon wieder. Anders als angekündigt: ein friedlicher Abend nach einem schönen Besuch der Freundin am späten Nachmittag.


Sie hat mir so eine tolle Etagère aus altem Porzellan in Delfter Blau aus Schoorl mitgebracht. So witzig, so holländisch! Ja, das Meer... in dem schwimmt zur Zeit meine jüngste Enkelin. Und ich bekomme bei den Fotos Sehnsucht...



"Es ist schwer, seinem Gewissen zu folgen, 
wenn die Stimme der Eitelkeit ebenso laut spricht."
Leo Tolstoi, 1828-1910

Fast möchte man meinen, Putins Reich sei eine Art Seniorenhort für narzisstische Männer. Denn dort findet nun auch Woody Allen durch seinen Zuschaltung bei einem Moskauer Filmfestival in der Diktatur die Bewunderung, die ihm zuletzt im Westen aus Gründen versagt geblieben ist. Zu diesen alten weißen Männern rechne ich inzwischen allerdings auch die im alten Schlachtschiff der hiesigen Frauenbewegung der 1970er Jahre agierende Alice Schwarzer, die in der letzten "Emma" einen Artikel publizieren ließ, der westlichen Angaben zu Kindesentführungen aus der Ukraine in Zweifel zieht und die Fakten zu "Propaganda-Fiktionen, die seit Kriegsbeginn von zahlreichen Menschenrechts-NGO fabriziert und in großen westlichen Medien kolportiert werden" degradiert.

Der Dank des Zaren ist ihr gewiss, ebenso wie Woody Allen oder Hollywood-Regisseur Oliver Stone, Actionheld Steven Seagal und Schauspieler Gérard Depardieu, kann er sich doch in der Illusion sonnen, kulturell keinesfalls isoliert zu sein. Na ja... der amerikanische Präsident gibt da ja auf der politischen Ebene in seiner Infantilität ( oder Demenz? ) auch kein besseres Bild ab.

                                                           


Wie jeden Samstag verlinke ich mich auch heute wieder mit Andreas Samstagsplausch in Berlin, dem Fotofragezeichen der anderen Andrea am Bodensee und dem Mosaic Monday von Heidrun 


Freitag, 29. August 2025

Friday - Flowerday #35/25

 


 Fast dreißig Wochen habe ich an dieser Stelle kein Begrüßungskomitee in  
meinem Eingangsbereich mehr gezeigt.
Das heutige fand ich so hübsch mit der Pickelvase,
das musste ich einfach zeigen.


Kleine Heleniumblüten "Kupferzwerg" ...



... kombiniert mit zierlichen Anthurien...


...in einem fast schwarzem Purpurton.


Und jetzt noch einmal die Totale:


Allen ein sommerliches Wochenende!

                                                                  


Was habt ihr heute in der Vase?
Lasst mal sehen!

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